Einführungstext von Kurt Grunow zur Ausstellung
THE PEN AGAIN






Einführungstext von Kurt Grunow zur Ausstellung
THE PEN AGAIN
Zeichnungen auf Papier in verschiedenen Zeichentechniken und Größen
Ausgangspunkt des Projekts ist eine Sammlung von Kritzeleien, die in Schreibwarengeschäften entstanden sind, als Kunden verschiedene Stifte, Kreiden und Schreibgeräte vor dem Kauf ausprobierten.
Am Fotokopierer vergrössert, wurden sie, getreu und ohne Abweichung von der Vorlage, nachgezeichnet.
Dem ursprünglichen, vielfältigen Duktus, wurde eine einzige Zeichentechnik und ein ausgewähltes Zeichenmittel entgegengesetzt. Auch die vorhandene Farben wurden in Linien umgesetzt.
Zwischen Absichtslosigkeit, anonyme Zeichensetzung, persönliche Handschrift und individueller Ausdruck, werden Merkmale des Zeichnens unter die Lupe genommen.
Fotografie
Fotografien befinden sich stets in unterschiedlichen Stadien eines langsamen Prozesses der Auflösung.
Die Dauer dieses Prozesses, habe ich versucht auf die Zeiteinheit einer Ausstellung zu komprimieren.
Erst sollten die Motive deutlich sichtbar sein, im Laufe der Zeit jedoch mehr und mehr verblassen.
Zwischen 2009 und 2011 habe ich mit alten Verfahren der historischen Fotografie experimentiert (im Zusammenarbeit mit
dem Studienfach Restaurierung an der Kunstakademie Stuttgart),
das gewünschte Ziel konnte ich leider nicht erreichen.
Installation mit Lampen, präparierte Glühbirnen
Nur ein schwacher Lichtschimmer ermöglicht die vage Wahrnehmung des Raumes, obwohl sich viele brennende Lampen darin befinden. Die Glühbirnen sind mit schwarzer Farbe bestrichen, das meiste Licht bleibt eingeschlossen und kann nicht sichtbar werden.
Ganz langsam jedoch, bröselt die schwarze Farbe von den Glühbirnen allmählich ab.
Diese Installation entstand als Beitrag zu dem Projekt „Achtung Spannung“ das sich mit Energiequellen wir Licht, Gas oder Wasser auseinadersetzte, sowie mit dem Umgang mit persönlicher Energie.
Beitrag zur Ausstellung „Achtung Spannung“
Kulturzentrum Orgelfabrik, Karlsruhe
vom 28.02 bis 13.03.2010
Luftschutzraum der Martinskirche
am Nordbahnhof, Stuttgart
vom 27.03. bis 23.05.2010
Beitrag zur Ausstellung „Licht“
Kunstverein Plauen – Vogtland e.V.
vom 25.02 bis 03.04.2011
Schwarze Verpackungsfolien in Bilderrahmen gepresst täuschen Zeichen- und Malvorgänge vor.
Latex, Farben
Durch Faltung, Beschneidung und Neuverbindung durch Klammer, Nadeln, usw. entstehen neue Konstellationen.
Das momentane Gleichgewicht der wirklenden Kräfte steht im Mittelpunkt:
alles ist jederzeit wieder lösbar und auch die Schwerkraft, die auf das flexible Material einwirkt, verändert langsam seine Erscheinung.
Installation mit Kartons, Getriebemotoren
Viele kleine und große Kartons sind in der Mitte des Raumes angeordnet.
Sie scheinen hier abgestellt worden zu sein als Zwischenlagerung für weiteren Gebrauch.
In zwei der Kartons sind Motoren eingebaut, die eine langsame, rotierende Bewegung veursachen
und die sich darin befindenden zusammengefalteten Kartons in rhythmischer Bewegung versetzen.
Die Reibung der Pappe erzeugt Geräusche, die an das Meer erinnern, an das Auf und Ab der Wellen.
Man glaubt sich mitten in einer Fahrt zu befinden, im Lagerraum eines Frachtschiffes.
Tübinger Tresorraum für elektrische Kunst
Kunstamt Tübingen
Kohlepapiere A4
Für die zeichnerischen Übertragungen von Schmetterlingen, Raupen und Kokons aus biologischen Büchern auf Papier oder Stoff, habe ich mich jahrelang herkömmlicher Kohlepapiere bedient.
Diese werden zwischen Fotografie und dem zu bezeichnenden Träger gelegt und geben so durch den Druck des Stiftes auf die Vorderseite schwarze Farbe ab, die sich zu einer Zeichnung verdichtet. Die immer wieder mehrfach verwendeten Kohlepapiere haben Zeichnungen in sich gespeichert, die nun, durch Lichteinfall, als zufälliges Gesamtbild sichtbar werden.