PROJEKTBERICHT

»ZUSPIEL« 2011

Die gesammelten Fundstücke wurden sorgfältig in einer wirklichkeitsgetreuen Nachahmung von Schichtungen und Konstellationen, wie man ihnen in der Stadt oft begegnet, schon zwei mal von mir auf Fensterfronten von Kunstinstitutionen geklebt.
Die Installation war auf den ersten Blick kaum sichtbar, spielte mit der Grenze zwischen Realität und Fiktion und entfaltete nach und nach ihre Wirkung in Form von subtilen Irritationen und Fragestellungen zur Wahrnehmung.
Beide Male erwies sich diese Arbeit als flüchtiges Kunstereignis:
In der Kunstgalerie des TPR wurden die Klebereste allmählich, im Laufe der Ausstellungsdauer, bis auf ganz wenige Einzelstücke von Besuchern entfernt.
Im Württembergischen Kunstverein wurde die Arbeit kurz vor der Ausstellungseröffnung
vollständig beseitigt, weil sie von einer Person nicht als Kunstwerk identifiziert wurde und der Dokumentation der frisch renovierten Fensterfläche im Wege war.
In der Ausstellung wurden dann die abgenommenen Überbleibsel von Klebe- und Papierresten auf einem Podest, zusammen mit der Fotodokumentation der Arbeit und einer Textbeschreibung der Ereignisse gezeigt.
Diese natürlichen Entwicklungen machen bewusst, dass die Sehwahrnehmung gewöhnlich zu Kategorisierungen führt, anstatt ein vorsichtiger Prozess der Annäherung zu sein.

»Zuspielen« Treffpunkt Rotebühlplatz Kunstgalerie Stuttgart
(26. 03. bis 20. 07. 2011)

»Urbanes Leben/Vervielfältigung« Württembergischer Kunstverein Stuttgart
(13. 08. bis 11. 09. 2011)