Teilen und Malnehmen 2017

Zeichnung, Collage, Objekt, Installation

Das Leben in der Stadt ist eine unaufhörliche Auseinandersetzung mit Unordnung und Chaos, aber gleichzeitig eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration. Ziellos Schlendern durch die Strassen der Stadt, ermöglicht mir die Entdeckung von Materialien und Dingen, die beim schnellen Vorübergehen sonst nicht wahrgenommen werden würden.
Plastik- und Papierstücke, vom Regen ausgewaschene und verblasste Werbeblätter oder alte Kartons entfalten auf dem zweiten Blick eine eigene Schönheit.
Oft unterziehe ich diese Fundstücke eines Transformationsprozesses in dem ich sie schneide, falte, übereinander schichte. Manchmal werden die gesammelt Materialien und Dinge nicht verändert sondern zu Installationen zusammengestellt.
In der Regel sind sie nur vorübergehend zusammengehalten, also nicht dauerhaft geklebt, um ihre Vergänglichkeit zusätzlich zu betonen. Inmitten von Zufall und Beliebigkeit entstehen flüchtige Ordnungsysteme, Unauffälliges und Banales wird zu etwas Wertvollem.
Teilen und Malnehmen, der Titel der Ausstellung, kann einfach Dividieren und Multiplizieren bedeuten. Es kann aber auch als soziale Handlung aufgefasst werden, mit anderen teilen, anderen auch mal etwas nehmen.
In den kleinformatigen, sorgfältig ausgeführten Tuschezeichnungen, verbinden sich dagegen dauerhaft gegensätzliche Elemente.
Formen und Strukturen die z.B. organisch und geometrisch, leicht und schwer, hart und weich wirken, werden durch die präzise Linienführung vereinheitlicht und zu einem neuen Ganzen überführt.