Haltung Bewahren 2013

Work in Progress
Beständen der Lagerräume, Fotografie

Anstatt meine Kunstwerke aus dem Atelier mitzubringen und dort zu präsentieren, verwandelte ich die zweistöckigen Kunstgalerie im Kulturzentrum TPR in Stuttgart, für circa zwei Monaten, zu einem temporäres Atelier.
Zahlreiche Materialien und Dinge die ich zufällig in den Beständen der Lagerräume vorfand, wurden mir zu Verfügung gestellt mit der Bedingung, am Ende des Projekts, alles wieder in seinen bisherigen Zustand zurück zu versetzen.
Von ihrer ursprünglichen Funktion befreit, begannen diese Dinge in eine ästhetische Wechselwirkung miteinander zu treten und sich zu verselbständigen. Sie wurden gehängt, miteinander verbunden, gestapelt, gelehnt, ineinander verwoben, ein oder ausgerollt. Nur flüchtigen und wieder lösbaren Verbindungen der Materialien wurden gewählt. Nichts wurde geklebt, genagelt oder geschweißt.
Duch eine improvisierende, künstlerische Haltung hielt ich die entstandene, räumliche Situation ständig in Bewegung, während die Veränderungen fotografisch dokumentiert wurden.
Einige der Fotografien wurden zwischen den Objekten eingerahmt aufgehängt. Diese bildeten die inszenierte Wirklichkeit zu verschiedenen Zeiten ab und verwischten diese, auch die räumliche und zeitliche Wahrnehmung wurden in Frage gestellt.
Um einen Einblick in die Prozesshafte Entwicklung zu ermöglichen, fanden zwei Vernissagen statt.
Es ergab sich die interessante Fragestellung unter welchen Umstände banale Materialien und Gebrauchstgegenstände zur Kunst werden und wie der Raumkontext dies beeinflusst.
Der Ausstellungsraum selbst und seine Funktion als vielseitig genutzter Ort, der einerseits immer offen und zugänglich für das Publikum ist, andererseits den Einschränkungen unterworfen, die aus den zahlreichen Sicherheitsbestimmungen resultieren, rückte so im Mittelpunkt der Arbeit.